Die ganze Familie Fuchs ist aktiv auf dem Betrieb (v.l.n.r.): Mitarbeiter Lars Rasi, Cédric, Irina, Markus und Yvonne Fuchs
Fuchs Bio-Gemüse ist ein klassischer Familienbetrieb im Dorfzentrum von Gempenach/FR (das heute zu Murten gehört). Im Haus lebten schon die Eltern von Markus, hauptsächlich wurde Viehwirtschaft betrieben, etwas Gemüse ist auch damals schon angebaut worden. 1990 stieg Markus in den Betrieb ein. Nach einer Lehre als Baumschulist absolvierte er die Ausbildung zum Gemüsegärtner. Nachdem die Tierhaltung aufgegeben wurde, entwickelte sich der Hof zu einem Gemüse- und Ackerbau- Betrieb. Die Generationen-Gemeinschaft mit seinem Vater, welche von 1993 bis 2003 existierte, wurde aufgelöst und seither führen Yvonne und Markus das Geschäft.
Derzeit werden 18 ha bewässerbares Land nach biologischen Methoden mit Gemüsen bepflanzt, ab 2025 kommen weitere 15 ha Fläche dazu.
Familie Fuchs ist in einer Übergangsphase. Markus und Yvonne haben im nahen Ulmiz ein neues Heim erworben. Sohn Cédric (24) ist zusammen mit seiner Freundin im Bauernhaus in Gempenach eingezogen und wird voraussichtlich den Betrieb übernehmen. Er ist bereit, motiviert und mit zwei Lehrabschlüssen – Landmaschinenmechaniker und Gemüsebauer – auch bestens gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft. Unterstützt wird er von Lars Rasi, einem Jugendfreund und Weggefährten, der quasi auf dem Hof mit aufgewachsen ist und ebenfalls ausgebildeter Gemüsegärtner und Landmaschinenmechaniker ist. Auch Schwester Irina packt zurzeit auf dem Hof mit an, überall dort, wo gerade fleissige Hände benötigt werden. Arbeiter, die meisten aus Polen, vervollständigen das Team. Vor vier Jahren stand der Betrieb vor der Entscheidung, auf Bio umzustellen oder nicht. Vater und Sohn entschieden sich gemeinsam dafür. Immer schon hatte Markus Fuchs etwas weniger gespritzt und den Boden dafür etwas mehr manuell und maschinell bearbeitet. Mit ausschlaggebend war aber auch die im konventionellen Gemüseanbau vorangehende Spezialisierung, wo immer mehr Produzierende zu Spezialisten mit nur einem Produkt auf grossen Flächen werden. Das wäre gar nicht nach dem Geschmack der Familie Fuchs, welche lieber auf eine schöne Vielfalt setzt und gerne auch mal Neues ausprobiert.
Was spriesst denn nun im Freiland am Dorfrand von Gempenach? Ein grosses Feld mit Soja soll in erster Linie Stickstoff in den Boden bringen. Soja gehört zur Pflanzenfamilie der Leguminosen, welche nicht gedüngt werden müssen, da sie mit den Knöllchenbakterien Luftstickstoff pflanzenverfügbar machen können. Markus schreckt nicht vor regelmässigen Versuchen und Experimenten zurück… Cédric bezeichnet sich selber diesbezüglich als etwas zurückhaltender. Nebenan reihen sich verschiedene Gemüsebeete mit Fenchel, Pak Choi, Spinat und Salaten, gesäumt von einem artenreichen Blühstreifen mit vielen Blumen für Insekten. Als derzeitige Hauptprodukte nennt Cédric je den grünen und roten Mini-Lattich, Lollo-Salate, aber auch Zucchetti, Blumenkohl, Romanesco, Zuckermais und Fenchel.
Diese feinen Bio-Gemüse verkaufen sich meist problemlos. Der Terraviva-Einkäufer ruft sie gerne mit einem Mail ab. Dass dies so problemlos klappt, erfordert natürlich eine kluge Planung. Von März bis November gedeihen beispielsweise die beliebten Bio-Fenchel. In fünf unterschiedlichen Reifezuständen wachsen sie im Juli ihrem Erntetag entgegen. Im Sommer wird jede Woche eine Fläche frisch gesetzt. Ruck-zuck, werden die gelieferten Bio-Jungpflanzen mit der Setzmaschine in die Erde platziert. Diese Arbeit wird von Lars koordiniert und angeleitet. Die Setzmaschine bleibt in der Nähe, für einen nächsten Einsatz kann der Setzabstand für ein anderes Gemüse angepasst werden. Nebenan steht die Spinat-Erntemaschine bereit, in wenigen Tagen wird der Jungspinat erntebereit sein. Übrigens ein sehr trendiges Gemüse, welches vermehrt als Salat genossen wird.
A propos Maschinen: Cédric und Lars sind stolz auf ihren Zucchetti-Vollernter, den sie für ihre Bedürfnisse eigenhändig optimiert haben. Konzipiert wurde diese Maschine ursprünglich in Italien. Auf den Zucchetti-Feldern in Gempenach erwies sie sich aber als wenig effizient, da man sitzend nur eine Reihe beernten konnte. Problem erkannt, Lösung gefunden! Cédric baute das Chassis so um, dass die Plattform nun mehr Platz für die Kistchen bietet. Die Arbeiter laufen hinter der Maschine und können drei Reihen in einer Durchfahrt ernten. Lars ersetzte die Fuss-Bedienung durch eine Hand-Steuerung. Damit die Maschine nicht jeden Abend zum Aufladen auf den Hof gebracht werden muss, montierte er Solarpanels. Nun fährt die einzigartige Maschine also mit Sonnenstrom, effizient und geräuschlos über die Zucchettifelder! So sieht das aus:
Ans Wohnhaus angrenzend stehen ein 20 Aren grosses Gewächshaus und 10 Aren umfassende Tunnels, in denen Cédric derzeit Bio-Ochsenherz-Tomaten und die exotisch-hübschen Bio Brad’s Grape Tomaten kultiviert. Beides sind ProSpecieRara-Sorten und werden via Terraviva für Coop produziert. Die Tomaten hatten 2024 ganz allgemein ein schwieriges Jahr, denn die wie Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen zählenden Pflanzen wurden aufgrund langanhaltender Feuchtigkeit im Frühsommer von der Kraut- und Knollenfäule befallen. Cédric war gefordert, um diese Krankheit mit den gemäss Bio-Richtlinien erlaubten Massnahmen im Zaum zu halten. Nebst regelmässigen Kontrollen und manuellem Ausbrechen der kranken Triebe setzte er auch auf Nützlinge wie etwa Hummeln und andere läusefressende Insekten. Der Mehraufwand hat sich gelohnt, die Früchte präsentieren sich zum Anbeissen schön und schmecken köstlich.
Was bringt die Zukunft? Der Familienbetrieb Fuchs Bio-Gemüse hat Glück, die Nachfolge ist gesichert und bestens aufgegleist. Cédric wird den Bio-Betrieb weiterführen. Vater Markus wird beratend mitziehen, Lars liebt das Freiland und Cédric liebäugelt mit mehr Gewächshaus-Kulturen.
Vater und Sohn bewirtschaften ihren Bio-Gemüsebaubetrieb in Gempenach, einem Dorf unweit von Ried b. Kerzers, zusammen mit ihrer Familie und Lars Rasi.
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