27.07.2023

Gemeinsam für Bio – Die Betriebsgemeinschaft Seeland BIO

Seeland BIO – so lautet der Name des Bio-Gemüsebetriebes in Büchslen FR, welche die Brüder Marcel und Bruno Christen in einer Betriebsgemeinschaft führen. Mit Leib und Seele haben sich die beiden dem nachhaltigen Gemüse verschrieben.

Seeland BIO ist spezialisiert auf den Anbau sowie die Lagerung und Aufbereitung von Bio-Gemüse. Die Vielfalt der Kulturen ist gross: Auf einer Fläche von rund 70 Hektaren im Seeländischen grossen Moos produzieren die Brüder rund 35 verschiedene Arten von Gemüse und Kartoffeln. Dazu gehören unter anderem zahlreiche Sorten an Winter- und Sommersalaten, Karotten, Zwiebeln, Lauch, Randen und verschiedene Kohlarten sowie Auberginen, Gurken und Tomaten. Marcel und Bruno probieren zudem gerne immer wieder Neues aus: seit vergangenem Herbst bauen sie zum Beispiel auch roten Federkohl an. Eine Kultur, die viel Sorgfalt braucht. «Ein Risiko birgt die weisse Fliege. Man muss den Federkohl gut waschen und das Abblättern bei der Ernte erfordert viel Handarbeit.», so Marcel. «Wir sind noch in der Startphase, soweit sind wir aber zufrieden», ergänzt er.

Bilder: Im Gewächshaus in Büchslen gedeihen geschmackvolle Bio-Tomaten (l.); Fenchelernte auf einer Parzelle in Ried b. Kerzers (r.)

Zusammen mit Christian Herrli, dem stellvertretenden Geschäftsführer, wird das Team um Marcel und Bruno tatkräftig unterstützt von ihren Ehefrauen Myrtha und Monika Christen sowie weiteren Familienmitgliedern und Mitarbeitenden. Während der Hauptsaison in den Sommermonaten beschäftigt der Betrieb rund 50 bis 60 Mitarbeitende.

Mit Leidenschaft für Bio

Den Familienbetrieb übernahmen Bruno und Marcel von ihren Eltern Ulrich und Katharina Christen. Diese waren schon lange überzeugt, dass ein ökologisch nachhaltiger Anbau der richtige Weg ist: 1998 stellten sie den Betrieb auf Bio um. Seither wirtschaftet der Gemüsebaubetrieb nach den strengen Anforderungen der Bio Suisse Knospe Richtlinien.

Bruno spricht auch für seinen Bruder Marcel, wenn er sagt: «Das Schönste, was es für uns gibt, ist jeden Tag in der Natur zu sein. Wir sind sehr gerne draussen und sehen nach, ob die Kulturen in Ordnung sind.». Sie prüfen den Boden und fragen sich: Wie feucht ist der Boden? Und wurde das Saatbeet gut vorbereitet? Den Boden, das Wasser, die Luft und das Klima schützen die Bio-Produzenten, indem sie auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger verzichten.

Guter Geschmack im Vordergrund

Zentral wichtig ist den beiden der gute Geschmack ihres Bio-Gemüses. Der Ertrag steht nicht immer an erster Stelle. Ein gutes Beispiel, so Bruno, sei die Karotte der Sorte Bolero: «Von ihrer Form her ist sie nicht bekannt als die schönste Sorte, aber geschmacklich ist es absolut die beste Karotte, die es gibt.»

Bilder: Lauch Rüsten (l). ; Der Hof am Standort Ried (r.)

Nach der Ernte wird das Bio-Gemüse grösstenteils auf dem eigenen Betrieb für den Verkauf als Frischgemüse aufbereitet: je nach Sorte und Bedarf wird es gewaschen, gebündelt, gerüstet, in Kartonschalen oder Beutel abgepackt. Dies geschieht derzeit an mehreren Standorten der Betriebsgemeinschaft. «Schon bald jedoch können wir dank dem Neubau unsere Kräfte noch weiter bündeln und die Verarbeitung an einem Standort vereinen.», freuen sich Marcel und Bruno. Das neue Betriebsgebäude, welches sich derzeit im Bau befindet, wird die Arbeitsabläufe und die Logistik auf dem Betrieb deutlich vereinfachen (mehr dazu im Beitrag zum Neubau von Seeland BIO).

Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen

Begleitet man Bruno, Marcel und Christian auf dem Feld, fällt auf: Oft geht der Blick aufs Handy. Der Grund: Der Bio-Gemüseanbau ist sehr wetterabhängig. «Wenn es eine Woche lang regnet, haben wir zu kämpfen, um dem Druck aufgrund von Unkraut, Krankheiten und Schädlingen zu stemmen. Wir müssen stets planen, beobachten und besprechen.» Im Bio-Anbau sind Herbizide nicht zugelassen. Unkraut wird auf dem Betrieb deshalb mechanisch oder thermisch vernichtet. Im Bio-Anbau besonders wichtig sind auch Massnahmen, welche die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegenüber Schädlingen und Krankheiten stärken. So wird bei Seeland BIO zum Beispiel besonders auf die Umsetzung einer optimalen Fruchtfolge geachtet.

Eine weitere Herausforderung sei der zunehmende Preisdruck durch die starke Teuerung. Das Team um Marcel und Bruno stellt sich tagtäglich neu den Herausforderungen: «Wir arbeiten stets daran, noch effizienter zu werden, nehmen Kulturen aus dem Sortiment, wenn die Nachfrage zu klein wird und nehmen neue hinzu. Die zunehmenden Wetter-Extreme, die Löhne, der Preisdruck, die Produktion: Das alles zu stemmen, das fordert uns sehr.» so Christian, der seit vier Jahren mit Herzblut zum Erfolg des Betriebes beiträgt.

Hochragende Bio-Qualität für die Kund:innen

Seeland BIO vermarktet seine Ernte vorwiegend in Form von Frischgemüse an den Detailhandel. Auch die Beziehungen mit kleineren Wiederverkäufern wie Marktfahrern und Gastronomen beruhen auf langjähriger Zusammenarbeit. Nicht zuletzt schätzen die beiden Brüder und ihre Mitarbeitenden auch den direkten Kontakt mit den Konsument:innen: das geschmackvolle frische Bio-Gemüse ist auch in ihrem Hofladen Frisch vom Hof in Murten und im Selbstbedienungshofladen in Salvenach erhältlich.

 

Im Gespräch mit Bruno und Marcel Christen und Christian Herrli

Die Brüder Bruno (53) und Marcel Christen (49) gründeten die Betriebsgemeinschaft Seeland BIO im Jahr 2012 zusammen mit zwei weiteren Bio-Produzenten. Letztere stiegen später wieder aus. Seither führen die beiden den Betrieb an den zwei Standorten Büchslen und Ried b. Kerzers. Christian Herrli (42) unterstützt das Betriebsleiterteam als stellvertretender Geschäftsführer seit vier Jahren. Der Betriebswirtschafter ist ebenfalls auf einem Gemüsebaubetrieb in Kerzers aufgewachsen.

v.l.n.r.: Marcel Christen, Christian Herrli, Bruno Christen

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