02.01.2024

Schule auf dem Bauernhof – Landwirtschaft erleben bei Martin Bucher

Martin Bucher, Jerisberghof Ferenbalm

Martin Bucher hat den Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters bereits mit 22 Jahren im Jahr 1994 übernommen. Er absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung und besuchte verschiedene Weiterbildungen und Kurse zum biologischen Anbau. Zwei Jahre nach der Übernahme stellte er seinen Betrieb auf Bio um.

Sein Vater bewirtschaftete den Hof bereits davor zu einem grossen Teil nach den Grundsätzen des biologischen Anbaus. Während er früher vor allem Milchwirtschaft und Ackerbau betrieb, liegt heute der Schwerpunkt beim Gemüse: 90 % seiner Fläche bewirtschaftet Martin mit Gemüse und Zuckermais. Ausserdem hält er noch Milchkühe und verfügt über einen hohen Anteil an Kunstwiesen, diese wichtig für eine positiv beeinflusste Fruchtfolge sind. Neben wechselnden Kurz-Einsätzen der ganzen Familie, beschäftigt er in der Hauptsaison 5 Mitarbeitende, im Frühling und Herbst sind es 2 Angestellte.

Gemeinsam für regionale Bio-Produkte
Während seiner landwirtschaftlichen Ausbildung stellte Martin fest, dass die vorgestellten landwirtschaftlichen Systeme nicht seinen Einstellungen entsprachen. Während dieser Zeit boomte der Anbau nach Spritzplan. Das war für ihn der Auslöser, den Wechsel vorzunehmen und er suchte nach Alternativen. Also entschied er sich für den biologischen Anbau. Damals gab es noch nicht viele Bio-Betriebe, aber auch heute hält er andere Bio-Produzenten nicht für eine bedrohliche Konkurrenz.

«Viele Betriebe haben zu einer biologischen Produktion umgestellt, das Angebot ist heute deutlich grösser als noch vor 10 Jahren. Der Aufwand für den biologischen Gemüseanbau ist aber nach wie vor hoch, und es wird immer schwieriger, ein Einkommen zu erwirtschaften. Die Betriebe werden in Zukunft wachsen und in Maschinen investieren müssen, damit die Anbautechnik weiter optimiert werden kann. Sicher produzierte Schweizer Lebensmittel werden immer wichtiger, und das spricht für Bioprodukte», erklärt der Bioproduzent.

Sorge zur Natur
In der Hauptsaison geht Martin normalerweise täglich durch seine Gemüsekulturen, um deren Wachstum und Schädlinge zu überprüfen. So ist er näher zur Natur, und durch häufige Beobachtung der Kulturen können Schäden reduziert werden. «Die Nähe und die Sorge zur Natur ist wichtig. Sie ist heute leider vielerorts verloren gegangen», sagt Martin.

Landwirtschaft erleben
Mit Herzblut betreibt der Jerisberghof auch das Angebot «Schule auf dem Bauernhof». Viele Schulklassen besuchen den Betrieb jeweils im Rahmen eines Hoftages.

«Die Schüler finden das toll. Sie erleben die Landwirtschaft hautnah, werden sensibilisiert und erwerben wichtiges Wissen».

Anspruchsvolle Herausforderungen
Martin erlebt auf seinem Betrieb, dass die zunehmenden Temperaturschwankungen für ihn immer anspruchsvoller werden. Bei Rotkohl beispielsweise erschweren längere Perioden hoher Temperaturen den Anbau zunehmend. Aus diesem Grund achtet er besonders darauf, hitzeresistente Sorten für seinen Anbau auszuwählen. Auf Nachhaltigkeit zu setzen und diese kontinuierlich auszubauen, ist für Martin ein wichtiges Ziel. Um den Wasserverbrauch zu reduzieren, arbeitet er derzeit an einem Bewässerungssystem mit Tropfbewässerung. Er experimentiert mit neuen Sorten und Kulturen. So wird er nächstes Jahr neu mit dem Rhabarber-Anbau beginnen.

Vermarktung
Der Jerisberghof vermarktet sämtliches Bio-Gemüse über die Produzentenorganisation Terraviva ag.

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«Damit die Region und das Bio-Gemüse an Bekanntheit und Wertschätzung gewinnt und weiterwächst. Das Projekt bietet zudem Chancen durch den ermöglichten persönlichen Kontakt und Austausch mit Kunden:innen und Partner:innen aller Stufen. Es wäre toll, wenn die Detailhändler die Marke PASSION SEELAND bio:logique übernehmen würden und damit das Bio-Gemüse aus dem Seeland kennzeichnen», erklärt Martin Bucher.

 

Im Gespräch mit Martin Bucher
Martin Bucher (51 Jahre) ist mit Nora Bucher verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 8, 10 und 12 Jahren. Zuckermais ist Martins Lieblingskultur. Das liegt daran, dass die Pflanze früh im Jahr gesät wird und man sich bis zur Ernte lange mit ihr beschäftigen kann. Das wunderschöne traditionelle Bauernhaus, in welchem die Familie Bucher lebt, wurde im Jahr 1830 errichtet.

 

Martin Bucher

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